Zum Bearbeiten des Titels hier klicken

So gut wie eh und je...

China kauft den gesamten Deutschen Schweinemarkt leer!

...und warum China das Deutsche Schnitzel teurer macht

Liebe Kundinnen und Kunden,
aufgrund der aktuellen, für uns als Familienunternehmen sehr angespannten Lage aber auch dem bisher sehr schlechten Informationsfluss der Medien und Regierung, sind wir gezwungen zu reagieren und fühlen uns verpflichtet Sie zu informieren.

Europas Schweinemarkt erlebt derzeit eine starke Erschütterung – ein Beben, das seit Ende letzten Jahres auch deutlich bei uns in Deutschland spürbar ist. Das Epizentrum dieses Bebens liegt in China. Im Sommer 2018 erkrankten dort erste Tiere an ASP, eine tödlich verlaufende Virusinfektion. Der Erreger der ASP ist nicht auf den Menschen übertragbar. Weder vom direkten Kontakt mit kranken Tieren noch vom Verzehr von Lebensmitteln geht ein Risiko für die Gesundheit aus. Seither breitet sich das für Menschen ungefährliche, aber bei Schweinen kaum kontrollierbare und mit hohem Fieber einhergehende Virus rasant aus.
In China leben rund 1,4 Milliarden Menschen. Damit ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt.Es überrascht also nicht, dass Schweinefleisch mit rund der Hälfte der Schweine weltweit das beliebteste Fleisch in China ist und drei Viertel des Fleischkonsums des Landes ausmacht.

Derzeit werden in China mehrere Millionen Schweine radikal gekeult, oft unter Bedingungen, die nicht nur Tierschützer aufschreien lassen. In China kämpfen die Schweinehalter mit vielen Krankheiten, durch schlechte Bedingungen für Schweine- denn China kennt leider keinen Tierschutz. Gerade Massentierhaltung führt zu einer rasanten Verbreitung von Krankheiten. Um Kosten zu sparen, werden die Tiere in Massen getötet und in Massengräber entsorgt.  

In Alarmbereitschaft ist auch die gesamte internationale und deutsche Fleischindustrie. Denn China saugt in Ermangelung eigener Zucht-Sauen und Ferkel riesige Fleischmengen aus großen Exportnationen ab.
ASP-Fälle aus China rückten weiter in den Westen, sodass mittlerweile auch in unseren Nachbarländern wie Tschechien, Polen oder Belgien der Erreger nachgewiesen wurde.

Sobald die ASP auftritt, drohen katastrophale wirtschaftliche Folgen. Und wie schnell das gehen kann – zeigte die nahezu in Lichtgeschwindigkeit erfolgte Kettenreaktion in Belgien. 2 Tage, nachdem man die an ASP erkrankten toten Tiere entdeckt hatte, verhängten diverse Länder, darunter auch der Großabnehmer China, Einfuhrstopps. Nach wenigen Tagen brach der Export von belgischem Schweinefleisch um 50 % ein. Und ein Ende ist nicht absehbar. Und das, obwohl noch nicht einmal Haus-, sondern eben „nur“ Wildschweine betroffen sind.

In Deutschland gibt es bisher keine solchen Fälle. Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat einen 51 Kilometer langen Elektrozaun bauen lassen, mit dem im Falle eines Ausbruchs die Kernzone abgeriegelt werden soll. Der deutsche Standard ist hervorragend und wird noch besser. Betriebshygiene und  Biosicherheit, Gesundheitswesen sind absolut gewährleistet. Deshalb sind wir als Exportland für Schlachttiere mehr als interessant, denn die Folgen der ASP sind ein deutlich höherer chinesischer Bedarf an Schweinefleisch aus anderen Ländern und weltweit kletternde Preise.

In der Folge steigen die Preise in einem Tempo, mit dem keiner in der Branche rechnete, auch wir nicht und das die üblichen Verteuerungen bei weitem sprengt.

In den vergangenen Monaten kam es in Deutschland zu einem fast beispiellosen Anstieg des Schlachtschweinepreises. Das teilte auch die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) mit. Experte befürchtet immense wirtschaftliche Verluste.   Ein Ende der Preishausse sei nicht absehbar – Fleisch werde auch für die Konsumenten teurer. Der ISN-Experte geht davon aus, dass auch in deutschen Supermärkten das Schweinefleisch künftig teurer wird. Kehrseite der Medaille sei nämlich, dass viele mittelständische Fleischverarbeiter die gestiegenen Einkaufspreise nicht mehr refinanzieren könnten. Die Rechnung gehe am Ende nur auf, wenn der Handel die steigenden Preise an die Verbraucher weitergibt. Ansonsten dürfte es für den einen oder anderen Wurstfabrikanten existenzielle Schwierigkeiten geben.

Ebenso forderte natürlich der Deutsche Bauernverband im August 2018 eine drastische Erhöhung, nämlich eine Verdoppelung der Preise für Schweinefleisch. Ansonsten stünden viele Bauern durch neue Tierschutzauflagen vor dem Bankrott.

Wir und viele weitere Experten sehen die Regierung in der Pflicht.
„Die Politik muss schnellstmöglich schadensbegrenzende Maßnahmen ergreifen“, heißt es auch von vielen Experte.

Auch die Fleischerinnung erklärt die Hintergründe und wirbt für Verständnis bei Verbrauchern. „Eine Preiserhöhungen sei unumgänglich!“

In der Hauptversammlung der Fleischerinnung (siehe Zeitungsbericht oben) wurde uns von den Vorsitzenden empfohlen, unsere Preise, vor allem für Schweinefleisch, der Marktsituation anzupassen. Die Innung erklärte die Notwendigkeit einer Preiserhöhung durch den Druck auf dem Weltmarkt, der im Sektor Schweinefleisch herrscht.

Durch die Erhöhung der Preise für Schweine und Rinder spüren natürlich auch wir den immensen Druck des Handels. Für uns als mittelständiges Unternehmen ist weiterhin unmöglich, solche Preiserhöhungen in Zukunft selbst zu tragen. Wir haben schon viele Marktschwankungen wie zum Beispiel Strom, Wasser, Öl, Kauf und Instandhaltung von Maschinen, Därme, Verpackungsmaterial, Gewürze, Getränke und sonstige Handelswaren, sowie eben auch die steigende Schlachttierpreise seit August 2018, stillschweigend aufgefangen und selbst getragen.
Auch wir sind ständig in Kontakt und im Austausch mit unseren direkten Mitbewerbern und Kollegen, aber auch mit Fleischereien Bundesweit und vergleichen, beobachten und dokumentieren Preisveränderungen in Supermärkten und in kleineren Betrieben. Alle haben bereits ihre Preise angepasst und bevor es unseren Betrieb in die roten Zahlen treibt, müssen auch wir handeln und unsere Preise anpassen.

Trotzdem sparen wir nicht am falschen Ende, denn wir wollen unseren Qualitätsstandard auch in Zukunft halten. Dies ist leider nur durch eine Preiserhöhung unseres Angebotes möglich

Wir setzen weiterhin auf Produktqualität und beziehen unsere Tiere, Gemüse und Eier von Landwirten aus unseren Gemeinden.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis und hoffen auf Ihre Unterstützung und weiterhin auf Ihr Vertrauen!
Ihre Landmetzgerei Fauser & Gölz